Die Erfüllung eines Jugendtraums
(Presseartikel, Mainpost vom 2. März 2007)

OBERPLEICHFELD (RW) Am Samstag lassen sich angehende Fischer und eine Fischerin prüfen

Anklicken zum Vergrößern!In einem Intensivkurs ließ sich eine Gruppe Männer und eine Frau fit machen fürs Fischen. Alle Jahre wieder schreibt der Fischereiverband Unterfranken Vorbereitungslehrgänge zur staatlichen Fischerprüfung aus. An fünf Wochenenden werden die Anwärter über Rechte und Pflichten und über den Schutz der Tiere belehrt. Es gibt aber auch den Intensivkurs, der das Wissen innerhalb einer Woche im Fischbruthaus des Verbandes an der Weth in Oberpleichfeld und in Röllfeld bei Klingenberg vermittelt. Dieser Kurs ist für Leute gedacht, die etwa eine Urlaubswoche nutzen wollen, um schnell an den Schein zu kommen.

Früh um 8.30 Uhr ist Beginn und der erste Block dauert bis 12 Uhr. Beim Mittagessen im Haus bei Fischsuppe haben die Teilnehmer die Möglichkeit, mit den Referenten zu sprechen. Weiter geht es dann bis 16 Uhr. So geht es eine Woche lang.

Die fünfunddreißig Teilnehmer, die jetzt den Schein erwerben wollten, haben ganz unterschiedliche Gründe dafür. So erfüllt sich der Arzt Dr. Robert Blenk einen Jugendtraum und dies mit großer Zustimmung seiner Frau oder die einzige Frau im Kurs, Claudia Tonati aus Partenstein, macht das Seminar den Kindern zuliebe. Im Kurs gibt es fast alle Berufe, vom Bäcker, Koch, Rentner, Rechtsanwalt, Polizeibeamten bis zum Soldat. Auch die Altersstruktur ist gut durchwachsen.

Die Prüfung findet am Samstag, 3. März, statt. Dann gilt es dann, das Erlernte wie allgemeine Fischkunde, das Erkennen der 60 Arten einheimischer Süßwasserfische, Umgang mit den Fanggeräten oder das Schlachten von Fischen sowie jede Menge Rechtsvorschriften und Gewässerkunde parat zu haben.

Die Fischer können bei ihrem Hobby nicht nur ein Gefühl für die Landschaft und die Flüssen bekommen. Sie werden auch mit allerhand Problemen bekannt: Da ist die zunehmende grenzüberschreitende Schifffahrt. Oder eingeschleppte Flussbewohner wie die Dreiecksmuschel oder die marmorierten Grundel, die aus den Donauebenen in den Main kam und hier den Fischlaich auffrisst, belasten die Ökologie des Mains.

Ein Kuriosum am Rande: Nach bayerischem Recht ist es nicht erlaubt, im eigenen Gartenteich Fische mit der Angel zu fangen. Dies ist nur mit der Hand oder mit einem Kescher erlaubt. Ein unfreundlicher Nachbar könnte Angler anzeigen, was eine deftige Strafe bedeuten kann, wie Kursbetreuer Willi Wingenfeld erzählte.

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