Erwerbsmäßige Aalbewirtschaftung

Gesetzliche Grundlagen zur Datendokumentation

Die EU-Aalverordnung ist am 18.9.2007 in Kraft getreten (Verordnung (EG) Nr. 1100/2007 mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestands des Europäischen Aals). Geltungsbereich in Bayern sind der Main und seine Nebengewässer als natürliches Aaleinzugsgebiet. Die EU-Aalverordnung fordert unter anderem die Überwachung der erwerbsmäßigen Fangtätigkeit sowie eine bestmögliche Schätzung der Menge abwandernder Blankaale. Hierzu werden folgende Daten erfasst: Registrierung des Aalfischereibetriebs (Personen, bewirtschaftete Gewässer), zum Aalfang verwendete Fischereifahrzeuge, Fanggeräte und Fangvorrichtungen, jährlicher Fangaufwand (Einsatz der Fanggeräte), jährlicher Aalfang, jährlicher Aalbesatz. Änderungen hinsichtlich der Registrierung des Fischereibetriebs sowie der zum Aalfang verwendete Fischereifahrzeuge, Fanggeräte und Fangvorrichtungen sind unverzüglich dem Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zu melden. Dagegen sind Fangaufwand, Aalfang und Aalbesatz bis zum 15. Februar des Folgejahres an das Institut für Fischerei zu übermitteln.

Die CITES-Verordnung, erwerbsmäßiger Aalhandel, gesetzliche Grundlagen zur Datendokumentation: Der Europäische Aal ist mit Wirkung vom 13. März 2009 in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates vom 9. Dezember 1996 über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels) und zur Umsetzung in Anhang B der CITES-Verordnung als besonders geschützte Art aufgenommen worden. Erwerb und Vermarktung von Aalen unterliegen damit besonderen artenschutzrechtlichen Bestimmungen. Ziel von CITES (Convention on International Trade in Endangered Species) ist die Rückverfolgbarkeit aller erwerbsmäßig gehandelten Aale. Der Vollzug von CITES ist grundsätzlich Aufgabe der Naturschutzbehörden. CITES verpflichtet die Inhaber von Fischereibetrieben dazu, tägliche Angaben über den Erwerb und den Verkauf von Aalen zu machen. Hierzu ist gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 der Bundesartenschutzverordnung ein Aufnahme- und Auslieferungsbuch zu führen. Die Angaben zum Erwerb und Verkauf von Aalen sind täglich und in dauerhafter Form zu machen. Die Eintragungen sind unabhängig von einer Wertgrenze vorzunehmen. Bei einem Verkaufspreis ab 250 € müssen Name und Anschrift des Empfängers angegeben werden. Die Aufzeichnungen sind fünf Jahre nach Ablauf des betreffenden Jahres aufzubewahren und auf Verlangen der Naturschutzbehörde vorzulegen.

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